【ドイツ語ニュース解説】「核のゴミ」最終処分場候補地中間報告書


今回取り上げるニュースは、Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH = BGE(仮訳:連邦最終処分機関)による中間報告書を報じる2020年9月28日付の DW の記事です。

連邦最終処分機関は、2016年6月23日の、「委員会」から提案されていた放射性廃棄物最終処分のための実施主体等に関する法改正を受けて設立された最終処分場のサイト選定、建設・操業・廃止措置を行う機関です。設立当初の名称は「連邦放射性廃棄物機関(Bundes-Gesellschaft mbH fur kerntechnische Entsorgung)でした。

最大のニュースは、長年最終処分場の有力候補地であり、40年以上住民および環境保護団体による反対運動の舞台となってきたドイツ西部ニーダーザクセン州ゴアレーベン(Gorleben)が、地質的な性質を理由に候補地から外されたことにあります。

【原文】

Deutschland sucht das Atommüll-Endlager

90 Gebiete kommen laut dem ersten Zwischenbericht infrage: Der Salzstock Gorleben, in dem bereits radioaktiver Müll lagert, ist aus dem Rennen. Eine endgültige Entscheidung soll jedoch erst 2031 fallen.


Die Suche nach einer Lagerstätte für Atommüll wird konkreter: Insgesamt 90 Gebiete in Deutschland sind laut einem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung nach geologischen Kriterien prinzipiell geeignet. Der bereits als Zwischenlager genutzte Salzstock Gorleben im norddeutschen Bundesland Niedersachsen scheidet aus - stattdessen stehen nun erstmals Orte in Bayern auf der Liste möglicher Standorte.


Gorleben ist raus

Ein paar Stunden zuvor hatten niedersächsische Landespolitiker Berichte des Magazins "Der Spiegel" und der "Bild"-Zeitung bestätigt, wonach Gorleben nicht mehr in Betracht gezogen wird.

Zwischen 1995 und 2011 waren sogenannte Castor-Behälter mit benutzten Brennstäben aus Atomkraftwerken dorthin transportiert worden. Der Ort im Wendland war in dieser Zeit das Epizentrum der Anti-Atomkraft-Bewegung, die mit Schienen- und Straßenblockaden einen Stopp der Transporte und letztlich der Atomverstromung erzwingen wollte.


Endlagersuche 2.0

Deutschland beschloss den Ausstieg aus der Atomkraft nach dem Reaktorunglück von Fukushima 2011. Drei der letzten verbliebenen sechs Kernkraftwerke sollen Ende 2021 vom Netz gehen, ein Jahr später die übrigen. Seit seiner Errichtung galt Gorleben als favorisiertes Endlager - darüber gab es jedoch andauernd Streit und immer wieder Berichte über rostige Fässer.

2017 stellte die damalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks "die Endlagersuche vom Kopf auf die Füße", wie sie es selbst ausdrückte: Die Suche sollte nun nicht mehr nach politischen, sondern ausschließlich nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt werden. Damals wurde die Aufgabe der neu geschaffenen Bundesgesellschaft für Endlagerung übertragen.


Wohin mit dem Müll?

Im nun vorgestellten Zwischenbericht geht es vorerst nur um geologische Kriterien: Der Atommüll muss eine Million Jahre sicher lagern. Dafür soll ein Raum von 30 mal 30 mal 30 Metern in einer mindestens 100 Meter dicken Gesteinsschicht gebaut werden, die dazu noch in mindestens 300 Metern Tiefe liegen soll. Salzstöcke in Niedersachsen gelten weiter als grundsätzlich geeignet, ebenso Granitschichten in Bayern - das sich politisch zuvor gegen Atommüll verweigert hatte. Auch in Baden-Württemberg und weiten Teilen Ostdeutschlands finden sich geeignete Gebiete. Weil der Atommüll nicht in Erdbebenregionen lagern soll, scheiden das Ruhrgebiet und das Saarland mit ihren zahlreichen alten Bergwerken aus.

In einer nächsten Phase sollen Kriterien wie die Bevölkerungsdichte mit einbezogen werden - erst danach dürften sich einige Standorte als Favoriten herauskristallisieren. 2031 soll die Suche abgeschlossen sein; ab 2050 sollen die ersten der rund 1900 Behälter mit stark strahlendem Material eingelagert werden.


【キーワード解説】

der Atommüll 核のゴミ

das Endlager 最終処分場

nach geologischen Kriterien 地質学的基準に基づき

radioaktiver Müll 放射性ゴミ

Zwischenlager 中間処理施設